Vigne du Prieuré Château Gigognan 2012
Produktinformationen "Vigne du Prieuré Château Gigognan 2012"
5l steht dabei für „Fünf Liter". Und BiB für „
Bag in Box". Der ein oder andere Leser wird das vielleicht kennen: Ein 5-Liter-Plastikschlauch in einem Pappkarton, ausgestattet mit einem Zapfhahn, der so konstruiert ist, dass nach dem Zapfen kein Sauerstoff in den Behälter dringt, der darin enthaltene Wein also nicht oxidieren kann. So ist gewährleistet, dass der Inhalt über mehrere Wochen (angeblich fünf oder sechs – so lange hat es bei diesem Wein aber noch niemand geschafft…) ohne wesentliche Veränderungen hervorragend trinkbar bleibt. Eigentlich eine praktische Sache. Allerdings gilt auch hier die schlichte Erkenntnis, dass das, was unten rauskommt, nicht besser sein kann als das, was man vorher oben eingefüllt hat. Und da die BiBs typischerweise für, wie sollen wir das jetzt ausdrücken, na ja, sagen wir mal eher quantitätsorientierte Wirkungstrinker abgefüllt werden, ist das Zapfergebnis meist entsprechend ernüchternd. Qualitativ jedenfalls.Es geht aber auch anders: Wie viele andere Weingüter, gerade in der Châteauneuf-du-Pape-Gegend, hat auch Château Gigognan einen ziemlich guten
Côtes-du-Rhône am Start. Der stammt in aller Regel von Parzellen, die knapp außerhalb der Gemarkungsgrenze liegen und daher nicht den prestige-trächtigen Namen tragen dürfen, oder von jungen Rebstöcken, die noch nicht die erwartete Top-Qualität liefern. Diese „einfachen" Rhôneweine sind in aller Regel überraschend gut und erfreulich wohlfeil – bei Gigognan ruft man für eine 0,75l-Flasche um € 8,00 auf (ab Château; die Preise in Deutschland liegen bei rund € 11,00).Bei unserem Besuch hatten wir gerade diesen Wein probiert und ausführlich gelobt, da entdeckten wir in einer Nische eine ziemliche Menge gestapelter Pappkartons, die offensichtlich Weinschläuche der oben geschilderten Art enthielten. Auf meine Frage, was sich darin denn befinde, bekam ich die Antwort, dass es sich um genau jenen Côtes-du-Rhône handele, den wir gerade probiert hätten, der aber eben nicht in Flaschen, sondern in BiBs gefüllt wurde. Verkaufen würde man das aber nur an die gehobene Gastronomie, die diese Weine als Karaffenwein ausschenken würden; in den Handel würde man das nicht geben, weil der befürchtete Reputationsverlust („Hast Du schön gehört – bei Gigognans gibt’s jetzt Weinschläuche, ogottogott…") wohl doch zu groß wäre.
Nur mit dem heiligen Versprechen, alle potentiellen Erwerber dieses besonderen BiB über Herkunft, Philosophie und Inhalt aufzuklären (was hiermit übrigens geschehen ist), bekamen wir eine kleine Zuteilung vom Jahrgang 2009 – die dann ruckzuck ausverkauft war. Kein Wunder – wenn man den Preis von € 25,00 für 5 Liter auf eine 0,75-l-Flasche umrechnet, dann sprechen wir über
€ 3,75 für einen richtig guten Rotwein, der, wenn man ihn als Flasche kauft, mehr als das Doppelte kostet. Zum Glück bekommen wir jetzt wieder eine kleine Menge vom 2011er (einem an der südlichen Rhône wie-der ausgezeichnet gelungenen Jahrgang). Und nachdem wir Ihnen ganz viel über die Verpackung berichtet haben, wird es Zeit, kurz zum Inhalt zu kommen:Der Wein präsentiert die typische Rebsortenvielfalt der südlichen Rhône (40% Grenache, 24% Syrah, 18% Mourvedre, 10% Carignan, 8% Cinsault). Die Grundweine wurden nach Rebsorten getrennt vinifiziert, der Ausbau erfolgte in Betonbehältern (kein Holz!), die endgültige Assemblage der Grund-weine kurz vor der Flaschen-, bzw. Schlauchabfüllung.
Den 2011er haben wir bisher noch nicht probiert (während wir diese Zeilen schreiben, wird er gerade gefüllt…); der 2009er war aber so unglaublich gut und der Jahrgang 2011 dem 2009er absolut eben-bürtig, dass wir keinen Zweifel haben, dass auch dieser BiB wieder ein Renner werden wird. Um es kurz zu machen:
Mehr Wein für’s Geld gibt’s nicht. Punkt.
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